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Spielsucht

Von Automatenspielsucht bis zur Internetsucht oder der Kaufsucht bietet das Feld der sogenannten Verhaltenssüchte eine Menge an Erdenklichem; der Begriff der Verhaltenssucht ist meiner Meinung nach insofern wenig hilfreich, als dass er scheinbar nur eine weitere Kategorisierung vorschlägt, ohne dass damit etwas von der Dynamik im Menschen, der von der betreffenden Sucht eingenommen ist beschreibt oder verstehbar erklärt.

Zur Spielsucht – Automatenspielsucht

Das pathologische Spielen ist eine Diagnose im ICD-10, der „Internationalen Klassifikation Psychischer Störungen“ der WHO. Dabei wird von einem wiederholte episodenhaften Glückspiel ausgegangen, dass das Leben der betroffenen Menschen beherrscht und in weiterer Folge schädigt; Beziehungen wie Familie und Partnerschaften, soziale Kontakt, persönliche Werte und berufliche Stabilitäten werden zugunsten des Glückspiels nicht weiter geschützt und stattdessen einem „Verfall überlassen“.

Diagnostische Kriterien nach DSM-IV (312.31):
• „Starkes (kognitives) Eingenommensein vom Glücksspielen
• Einsatzsteigerung zur Erlangung der gewünschten Erregung
• Gescheiterte Versuche zur Einschränkung oder Einstellung des Glücksspielens
• Unruhe bzw. Gereiztheit bei Einschränkungs- – und Einstellversuchen
• Glücksspielen zur Vermeidung von Problemen/negativen Gefühlen
• Den Verlusten durch erneutes Glücksspielen hinterher jagen
• Vertuschen der Glücksspielproblematik gegenüber nahen Bezugspersonen
• Illegale Handlungen zur Finanzierung des Glücksspielens
• Glücksspielbedingte Gefährdung bzw. Verluste von Bezugspersonen oder
Berufschancen
• Nutzung des Geldes anderer Personen zur Sanierung der finanziellen Misere“

Die Frage nach einer persönlichen Betroffenheit in Bezug auf eine Glückspielthematik lässt sich ganz einfach anhand des „Kursfragebogens zum Glückspielverhalten (KFG) nach Petry (2003, Hogrefe Verlag) eingrenzen:

  1. Ich habe meistens gespielt, um den Verlust wieder auszugleichen.
  2. Ich kann mein Spielen nicht mehr kontrollieren.
  3. Meine Angehörigen oder Freunde drüfen nicht wissen, wie viel ich verspiele.
  4. Im Vergleich zum Spielen erscheint mir der Alltag langweilig.
  5. Nach dem Spielen habe ich ein schlechtes Gewissen.
  6. Ich benutze Vorwände, um spielen zu können.
  7. Ich schaffe es nicht, das Spielen längere Zeit einzustellen.
  8. Ich spiele fast täglich um Geld.
  9. Durch mein Spielen habe ich berufliche Schwierigkeiten.
  10. Beim Spielen suche ich Nervenkitzel.
  11. Ich denke ständig an’s Spielen.

 

http://www.gluecksspielsucht.de/

 

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