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Midlife-Crisis ist weltweites Phänomen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Sonntag, 10. Februar 2008
Midlife-Crisis ist weltweites Phänomen
Menschen sind in der Lebensmitte am unzufriedensten, unabhängig von Familienstand, Einkommen oder Geschlecht – Ab 50 geht es laut einer Studie aber wieder bergauf
New York – Die Form eines U haben die meisten Glückskurven im Leben der Menschen. Am Anfang und am Ende des Lebens sind Menschen ähnlich glücklich, den Tiefpunkt erreicht die Zufriedenheit dagegen im mittleren Alter. Das mittlere Lebensalter stellt die Psyche des Menschen vor besondere Probleme – man spricht von der so genannten Midlife-Crisis.

Es kriselt weltweit

Von dieser Lebenskrise sind Männer und Frauen weltweit in ähnlichem Maß betroffen. Das zeigen die Daten von zwei Millionen Menschen. Es sehe so aus, als ob etwas tief in den Menschen passiert, so der britische Ökonom Andrew Oswald von der Universität Warwick. Manche Menschen litten darunter mehr, manche weniger, aber der durchschnittliche Effekt sei erheblich.

Gründe noch unergründet

Laut der Studie, die in der Zeitschrift "Social Science & Medicine" erscheinen soll, spielt es kaum eine Rolle, ob die Betroffenen männlich sind oder weiblich, verheiratet oder alleinstehend, wohlhabend oder arm, kinderreich oder kinderlos sind. "Niemand weiß, warum das so einheitlich ist", sagte Oswald. Der Wirtschaftswissenschafter kann darüber auch nur Spekulationen anstellen: Möglicherweise müssten Menschen in diesem Alter manche unerfüllbaren Träume aufgeben oder erkennen, dass ihnen nur noch eine begrenzte Zeit zum Leben bleibe.

Daten aus 80 Ländern

Gemeinsam mit dem US-Forscher David Blanchflower vom Dartmouth College wertete Oswald die Daten von Menschen aus 80 Ländern aus, von Albanien über Deutschland bis Simbabwe. Das Ergebnis: In Großbritannien verfallen die Menschen mit durchschnittlich etwa 44 Jahren ins Grübeln, in den USA sind Frauen im Alter um 40 und Männer mit etwa 50 Jahren am stärksten depressionsgefährdet. Die 55.000 befragten Deutschen erreichten das Minimum an Zufriedenheit im Alter von knapp 43 Jahren.

Ab 50 gehe es wieder bergauf

Es gibt aber auch Hoffnung für die Betroffenen: "Im Alter ab 50 Jahren tauchen die meisten Menschen wieder aus diesem Tief auf", so Oswald. Wenn man 70 noch körperlich gesund sei, sei man durchschnittlich ähnlich glücklich wie ein 20-Jähriger.

Der Wirtschaftswissenschafter hofft auch, dass die Studie die Unzufriedenheit des Einen oder Anderen lindern könnte: "Vielleicht kann die Erkenntnis, dass solche Gefühle im mittleren Lebensalter völlig normal sind, Menschen dabei helfen, diese Phase besser zu überstehen." (APA/AP/red in derStandard.at vom 9.2.08)

 
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