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Traumaarbeit oder Traumatherapie beschäftigt sich mit dem Umstand von Lebenszuständen, die von den Betroffenen als unangenehm, blockierend oder "stressig" umschrieben werden; dazu kommt meist der Zusatz - "immer wieder" und "dagegen kann ich nichts machen".
Traumaarbeit oder Traumatherapie beschäftigt sich mit dem Umstand von Lebenszuständen, die von den Betroffenen als unangenehm, blockierend oder "stressig" umschrieben werden; dazu kommt meist der Zusatz - "immer wieder" und "dagegen kann ich nichts machen". Ein gutes Drittel der Menschen hat Traumaerfahrung.
Traumatisierungen treten zu allen Lebensphasen auf - je früher sie in der Lebensgeschichte vorkamen, umso länger und massiver ist wohl die Gesamtwirkung auf den betreffenden Menschen; meist bleiben übliche und "normale" Entwicklungsschritte aus, werden in der Regel aber kompensiert. Vor allem Kinder und Jugendliche leiden unter dem Trauma, weil die Ohnmacht als mangelnde Handlungskompetenz die Oberhand gewinnt; Erwachsene haben meist Handlungsalternativen erlernt, die sie selbst aber als nicht zufriedenstellend erleben und meist wissen, dass es sich dabei nicht um die eigentlich erwünschte Reaktion handelt, sondern um eine notwendige Alternative.
Im Gehirn bleiben Traumata gespeichtert; sie werden nicht - wie sonst bei der Inforamtionsverarbeitung üblich - genügend verbeitet. Traumata können dabei sehr massiv erlebt werden; es können aber auch viele kleine Traumatas, die einzeln üblicherweise noch gut verarbeitet werden können, über länger Zeit die Grenze der Belastbarkeit überschreiten und so letztendlich traumatisch den gesamten Organismus belasten.
Ein dem Trauma ähnlicher Reiz kann dann diese isolierte Erinnerung in seiner gesamten Intensität und Wucht wiederaufleben lassen, eine Retraumatisierung tritt ein. Gestalttherapeutisch spricht man von einer offenen Gestalt, die noch keiner endgültigen Verabeitung zugeführt wurde und deshalb nach wie vor über lange Jahre aktiv bleibt, mit all ihrer Kraft.
Traumatas wirken auf das Kreislaufsystem, das Herz, die Atmung, den Magen-Darmtrakt, die Haut etc. Die dem Menschen eigenen Selbsheilungskräfte reichen für eine gesunde Verarbeitung nicht aus, die Erfahrung kann nicht integriert werden.
Beantwortet werden diese Reize einer neuerlichen Traumatisierung wie zu früheren Zeiten, mit dem "No-Fight", "No-Flight", "Freeze" und "Fragment". No-fight und no-flight beschreibt die Unmöglichkeit einer situationsadäquaten Handlung , in der der/die Traumatisierte weder kämpfen, noch flüchten kann; stattdessen gefriert (freeze) die Person, sie erstarrt, verharrt in einem kurzen Schockzustand.
Diagnostisch kann eine solche Traumatisierung nach Jahren unter dem Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) sichtbar werden.abei ist das zugrunde liegende Trauma ein massive Erschütterung in das Selbst- und Seinsversständnis eine Menschen. Psychische als auch körperliche Traumata wie Unfälle und Katastrophen, psychische langanhaltende Überforderung, sexueller Mißbrauch, Krieg uvm. fallen unter "schwere" Traumata. Regiert wird darauf mit Konzentrationsstörungen, mangelhafter Entspannungsfähigkeit, Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit und Aggressivität, depressiven Verstimmungen und Teilnahmslosigkeit. In der Regel versuchen erwachsene Menschen, die traumatisierenden Auslöser zu umgehen und zu vermeiden; nach einem Autounfall fahren viele Beteiligte ungern mit dem Auto, nach sexuellem Mißbrauch ist der Umgang mit Sexualität ein ganz anderer als zuvor; das Trauma muß/sollte bearbeitet werden, da es die eigene Person und das damit verbundene Selbst- und Welt- bzw. Wertbild verändert hat. Viele Menschen beantworten ein Trauma auch mit Suchtverhalten.
Im ICD-10, dem internationalen Klassifikationskatalog von Krankheiten der WHO ist die eben beschriebene Symptomatik unter F43.1 zusammengefasst. Langfristig kann eine derartige Traumatisierung den Menschen ddergestalt verändern, dass die Klinik von einer "anhaltenden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung" spricht (F62.0) und die Diagnose einer sogenannten Posttraumatischen Borderlinestörung ausspricht. Diagnostisch zeigt sich das beim Klienten als generelles Mißtrauen, langanhaltender und wiederkehrender Leere und Hoffnungslosigkeit, Spaltung usw. Sie beeinflusst also auch die zwischenmenschlichen Beziehungen langfristig und nachhaltig.
Eine Behandlung zur Wiederherstellung der Lebensqualität ist unumgänglich und bedarf einer/s Psychotherapeuten, der in Traumatologie geschult ist; ledliglich die "Einfühlung" in den traumatisierten Menschen ist nicht nur zu wenig, sondern vermag das Trauma zu reaktivieren.
Verfahren, die in der Anwendung klinisch gut erprobt und wissenschaftlich eine hohe Signifikanz aufweisen sind:
EMDR (Eye Movement Desintisation and Reprocessing) PITT (Psychoimaginative Traumatherapie nach L. Reddemann) SE (Somatic Experience)
Idealerweise ergänzt der behandelnde Therapeut die Methoden im Bedarf, um den Klienten eine ideale Behandlung unter Ausschließung einer Retraumatisierung zukommen zu lassen. Das schnellste Verfahren scheint EMDR zu sein; bei genauerer Betrachtung des Verfahrens ist auch hier je nach Grad der Traumatisierung ein längerer Zeitraum für die Therapie einzurechnen, um den Klientendurch eine gute Traumabearbeitung zu begleiten.
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